Ein neues Musselintuch fühlt sich vor der ersten Wäsche noch flach an, fast papieren. Das ist normal, denn die Appretur aus der Produktion sitzt noch im Gewebe. Die erste Wäsche löst sie, und erst danach zeigt sich, wie weich der Stoff wirklich wird.
Die erste Wäsche
Waschen Sie Musselin vor dem ersten Gebrauch einmal separat von anderer Wäsche, nicht wegen der Farbe, sondern damit sich das Gewebe frei bewegen kann und gleichmäßig eingeht. Ein einzelner Waschgang reicht; wer möchte, wäscht ein zweites Mal für ein noch weicheres Ergebnis.

Temperatur & Waschmittel
30–40 °C im Schongang, mit einem milden Flüssigwaschmittel ohne optische Aufheller. Weichspüler ist kontraproduktiv: Er legt sich als Film um die Fasern und verschließt genau die Offenheit der Webart, die Musselin luftig macht. Bleichmittel gehört ebenfalls nicht in die Trommel, denn es greift die Fasern langfristig an.


Trocknen, Bügeln, Aufbewahren
Liegend oder auf der Leine trocknen lassen; der Trockner ist möglich bei niedriger Hitze, macht das Gewebe aber schneller flauschig-matt statt seidig-weich. Bügeln ist nicht nötig, denn ein leichtes Knittern ist Teil des Materialcharakters und glättet sich beim Tragen von selbst. Für die Aufbewahrung reicht lockeres Falten an einem trockenen Ort; enges Zusammenpressen über längere Zeit drückt Fasern platt.

Mehr zur Webart und Grammatur: zum Artikel „Was Musselin weich macht“
Häufige Fragen
Läuft Musselin beim Waschen ein?
Etwas, vor allem bei der ersten Wäsche, meist ein bis drei Prozent. Danach bleibt die Größe stabil.
Muss ich Musselin bügeln?
Nein. Die offene Webart glättet sich beim Trocknen von selbst; ein leichtes Knittern gehört zum Material.
Wie oft kann ich Musselin waschen, ohne es zu schädigen?
So oft wie nötig. Jede schonende Wäsche macht das Gewebe weicher statt dünner.



